Blick in die Zukunft

  • Weltpremiere der Elektroauto-Studie Kia POP in Paris
  • Gregory Guillaume, Designchef von Kia Motors Europe, und Kia-Chefdesigner Peter Schreyer erläutern das Konzept des in Europa kreierten Hightech-Fahrzeugs

„Eine Studie wie der POP konnte nur bei uns entstehen“, sagt Gregory Guillaume. Der Designchef von Kia Motors Europe sitzt im verdunkelten Auditorium in der sechsten Etage der Frankfurter Europazentrale von Kia. „Designer von anderen Herstellern treten auf Messen häufig an mich heran und sagen ‚Ich dürfte nicht mal versuchen, so etwas zu entwickeln’. Es ist phantastisch, so frei arbeiten zu können.“

Etwas entfernt sitzt im Halbdunkel Kia-Chefdesigner Peter Schreyer, und nickt zustimmend. Vor ihnen an der Wand eine lebensgroße 3D-Projektion der verblüffenden neuen Elektroauto-Studie POP, abwechselnd in 360-Grad-Außenansichten, Schnitt-Darstellungen und Interieur-Bildern. (Während dieses Gesprächs wird das Fahrzeug noch hergestellt, an einem geheim gehaltenen Ort in Paris). „Der POP passt perfekt zu unserem Selbstverständnis als ‚Herausforderer-Marke’“, fährt Guillaume fort. „Wir versuchen, neue Bewegung in die Autowelt zu bringen und die Menschen dadurch noch stärker zu überraschen“.

Einzigartige Fenstergrafik wirkt wie Signatur
Ein Blick auf das neue Konzeptfahrzeug macht klar, was Guillaume meint. Der chromfarbene, drei Meter lange Dreisitzer mit Elektroantrieb, schrägen, langgestreckten Seitenfenstern und Flügeltüren ist tatsächlich weit entfernt von bisherigen Elektro-Studien.
„Wir wollten, dass dieses Auto wie ein freies Atom, ein neuer Kern wirkt“, erläutert Guillaume und sofort ergänzt Schreyer: „Der POP deutet nicht den Stil der nächsten Fahrzeuggeneration an, sondern weist weiter in die Zukunft. Es gibt hier viel Neues, zum Beispiel die Grafik der Seitenfenster. Sie wirkt wie eine Signatur, einzigartig und mit ganz eigenem Charakter.“
Inspiriert durch Segelflieger und Rennräder

Zu den charakteristischen und unkonventionellen Elementen des POP zählen neben den auffälligen Fenstern die Hightech-Anmutung des Punkt-Musters an Frontgrill und Heckleuchten, die Frontscheibe, sich über das gesamte Interieur spannt oder die klare, bewusst „simple“ Optik der Räder.

„Viele Dinge, die in das Design des Kia POP eingeflossen sind, kamen nicht aus dem Autobereich“, so Guillaume. „Wir haben uns zum Beispiel bei besonders leichten und aerodynamischen Fortbewegungsmitteln wie Segelflugzeugen oder Hochgeschwindigkeitsfahrrädern umgesehen.“

Leuchtende „Tigernase“ und Helikopter-Aussicht
Begeistert beschreibt der Franzose dann, dass sich die Köpfe der Frontinsassen genau unter dem höchsten Punkt der Dachwölbung befinden; dass nachts der Frontgrill in seiner typischen Kia-Form der „Tigernase“ leuchtet; und dass sich in den kleinen Wölbungen vorn in unteren Türbereich Kameras verbergen, die die Rückspiegel ersetzen und ihre Bilder auf kleine Bildschirme im Innenraum übertragen.

Dann eröffnet die Projektion im Auditorium eine neue Perspektive: Die Tür des virtuellen POP öffnet sich und gibt den Blick auf das Interieur frei. „Das Innen- und Außendesign wurden immer zusammen entwickelt“, erläutert Guillaume. „Von Anfang an haben wir uns mit der Sitzposition auf dieser sehr kurzen Standfläche beschäftigt. Unser Ziel war, den Insassen einen perfekten Rundum-Blick zu geben – genau wie in einem Hubschrauber.“

„Das Design der Sitze ist ganz untypisch für ein Auto“, fährt Guillaume fort. „Sie sind sehr schlicht, sehr einfach, fast wie Möbel. Die vordere Sitzbank ist geschwungen und hat interessante, fließende Linien. Und da der POP ein Elektroauto ohne konventionellen Motorraum ist, konnten wir die Spritzwand weit nach vorn verlegen.“

Violettes Interieur mit schräg positioniertem Rücksitz
Der Rücksitz steht nicht in Längsrichtung, sondern ist leicht zur Seite gedreht, so dass der hier platzierte Mitfahrer in Richtung der fahrerseitigen A-Säule blickt. Der Sitz ist zweigeteilt: Unten ein Klappsitz, der bei Nichtbenutzung von allein hochklappt, oben Rückenlehne und Kopfstütze, die fest in die Außenwand der Kabine integriert sind. Die aus dieser Sitzposition resultierende Beinfreiheit ist bemerkenswert für ein Auto, das 1,74 Meter breit ist und dessen Radstand nur 2,06 Meter misst.

Die dominierende Farbe im Innenraum ist Violett. „Um eine ruhige und geruhsame Umgebung zu kreieren, haben wir uns bewusst auf einen Farbton beschränkt“, sagt Guillaume. „Das Interieur vermittelt ein sehr ‚reines’ Gefühl. Als wir daran gearbeitet haben, stießen wir zufällig auf ein Bild einer Raumschiffkabine. Sie war ganz sauber und abgekapselt, wie ein Kokon – das hat uns stark beeinflusst.“

Neuartige Displays und Bedienelemente, 160 Kilometer Reichweite
Wie Teile aus der Raumschiff-Welt wirken auch einige Hightech-Elemente im Interieur des POP. Zum Beispiel die schmale Plexiglas-Scheibe, die vor dem Lenkrad auf dem Armaturenbrett steht: ein TOLED-Display (Transparent Organic LED), das im abgeschaltetem Zustand völlig transparent ist, während der Fahrt aber dem Fahrer die Geschwindigkeit, den Ladezustand der Batterie und weitere wichtige Daten anzeigt.

„Man kann viel tun, um die Kontaktpunkte zwischen Fahrer und Fahrzeug zu verbessern. Und wir wollten die Chance nutzen, visionär zu sein“, erläutert Gregory Guillaume die Wahl des Displays. „Ein TOLED hat viele Vorteile gegenüber den Head-up-Displays der heutigen Generation, vor allem benötigt es keinen Projektor und spart dadurch viel Raum und Gewicht. Wir glauben: Dieses Display ist die Zukunft.“

Ein anderes zukunftsweisendes Detail befindet sich rechts neben dem Lenkrad. Dort ist in die geschwungene, chromfarbene Instrumenteneinheit ein revolutionäres Bedienungselement integriert. Guillaume: „Üblicherweise versuchen Designer, durch viele Tasten und Schalter eine betont ‚technische’ Optik zu erreichen. Im POP dagegen gibt es nur diese eine Taste. Alles weitere – Audiosystem, Satellitennavigation, Klimaanlage und anderes – wird über einen animierten Touchscreen bedient.“

Doch nicht nur in Design und Ausstattung geht der POP neue Wege, auch der Elektroantrieb weist in die Zukunft. Das Null-Emissions-Auto ist mit einem 50 Kilowatt-Motor mit 190 Nm Drehmoment ausgerüstet und hat eine Reichweite von 160 Kilometer. Den Strom liefern hocheffiziente Lithium-Polymer-Gel-Batterien, die sich innerhalb von sechs Stunden wieder voll aufladen lassen.

 
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